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Kolbengesteuert, CBS-System
oder Membrangesteuert?
Welche erste Stufe ist die Beste?
Bevor wir zum eigentlichen Thema Stellung
nehmen, eine Kleinigkeit, die uns schon immer auf der Seele gebrannt
hat.
Kolbengesteuert :
ist für jeden einfach nachvollziebar. Es ist eine erste Stufe
gemeint, in der, der "Kolben" als Steuerelement maßgeblich
für eine Druckreduzierung des Drucklufttauchgerätes
(DTG), auf je nach Hersteller zwischen 9,2 - 10,2 bar verantwortlich
ist.
Membrangesteuert:
hier beginnt mit der Namensgebung schon die Verwirrung und jeder
fragt sich zurecht, welcher unwissende Spaßvogel hat sich
das ausgedacht?
Als erste Frage drängt sich natürlich auf, was steuert
die Membran?
Die Antwort ist einfach. Nichts. Jedenfalls nichts, was zu der
eigentlichen gewünschten Druckreduzierung notwendig wäre.
Die Membran trennt mechanisch den äußeren "nassen"
Teil der ersten Stufe vom regelnden "trockenen" inneren
Teil der ersten Stufe, und das ist auch gut so. Davon später
mehr.
In den ersten Stufen, die eine Membrane
beherbergen, spricht der Techniker nicht vom Kolben, sondern nennt
dieses Teil "Ventil", das Gegenstück dazu, ist
der Ventilsitz.
Wir nennen diese erste Stufe im folgenden
ventilgesteuerte erste Stufen. Wir bitten um Verständnis
............
Zum Thema,
Vorteile:
die"Kolbengesteuerte erste Stufe" (KgeSt.).
Wenn man als Techniker vergisst, dass diese Teile den Charme einer
"Bierzapfanlage" haben, liegt der Vorteil in der einfachen
Bauweise. Was nicht da ist, kann nicht kaputt gehen. Ein klares
Wort in punkto Sicherheit, dass ich bei der Fliegerei schnell
schätzen gelernt habe. Weiterhin lassen die groß dimensionierten
Bauteile (Kolben und Kolbensitz) wenig Probleme zu. Halbwegs fair
behandelt (siehe Tips) eine dankbare Sache,
wenn..... und hier beginnen dann schon die;
Nachteile: eine der Archillisfersen der
meisten KgeSt. ist ein kleiner (ca.5 - 6 mm)
* dynamischer O-Ring, der als einzigster in ca. der Mitte der
ersten Stufe auf dem Kolbenschaft/ allternativ auch im Gehäuse
sitzt und bei jedem Tauchgang viele tausende mal den sich bewegenden
Kolbenschaft gegen das Gehäuse abdichten sollte.
Das würde der kleine O-Ring auch bestimmt gerne machen, wenn
nicht getrocknete Salzkristalle, kleine Fremdkörper und Ablagerungen
aller denkbaren Art auf dem Kolbenschaft ihn aufräufeln,
bis zur "Selbstaufgabe". Der direkte Kontakt mit der
nassen Umgebung ein echtes Minus.
Weiterhin, bietet die schlanke lange (ohne viel Eigenmasse) leichte
Bauweise der KgeSt. kaum die Möglichkeit,
sich in den
"* *Atempausen aufzuwärmen". Ein
weiterer echter Nachteil. Darüber später mehr im allgemeinen
Teil.
Bedingt dadurch ist die Vereisungsfreudigkeit im negativen Sinne
recht ausgeprägt. Denn eine im Eisblock in offener Stellung
befindliche Druckfeder kann erst einmal nicht schließen,
egal welche "Beschichtungen" sich auf dieser befinden.
Schnell ist die erste Stufe dann ein faustgroßer Eisblock,
der seiner eigentlichen Aufgabe so nicht mehr nachkommen kann.
Unsere Meinung über "normale"
Kolbengesteuerten ersten Stufen (KgeSt.)
Diese ersten Stufen sind bei regelmäßiger fachkundiger
Wartung im warmen Gewässern (>17°C) eine preisgünstige
Alternative (leider nich in D). Wir bewundern Firmen, die derartige
Stufen, noch hochpreisig auf den Deutschen Markt bringen, mit
den eigentlichen Konstruktionsmerkmalen aus den frühen 50er
Jahren. Es bringt unserer Meinung nach nicht viel, einer alten
Oma auch noch so (schnelle) schöne Turnschuhe anzuziehen.
Im Prinzip wird sie dadurch wohl nicht schneller und sicherer
gehen können. In Kaltwasserregionen wie Deutschland, haben
solche Auomaten nichts verloren. Für diese Aussage werden
mich viele Taucher speziell in den Vereinen hassen, ich werde
damit leben müssen.
Das von uns oft gehörte Argument, ich habe schon ...... viele
Tauchgänge mit (KgeSt.) im Kaltwasser durchgeführt
und nie ist was passiert, bestätigt diese fragwürdige
Haltung. Klar, jeder routinierte Taucher wird mit diesen Stufen,
wenn er alleine taucht und nichts außergewöhnliches
passiert, keine Probleme haben. Aber was ist, wenn der Luftdurchsatz
plötzlich deutlich erhöht wird, weil z.B. auf einmal
zwei Taucher ihren Luftbedarf decken wollen bzw. müssen,
noch ein wenig tarrieren gefällig, oder noch etwas Luft in
den Trocki? Ich bewundere das Vertrauen einiger Taucher in Werbebotschaften
von sogenannten "Fachzeitschriften".
Vor allem, da diese veraltete Technologie genau soviel (hier in
D) kostet, wie erste Stufen in aktueller Technik/ Bauweise mit
Membrane, die deutlich leistungsfähiger und so sicherer sind.
Wir wollen aber diese Bauweise nicht ganz verteufeln.
Es gibt unserer Meinung nach auch für die Fans dieser Konstruktion
eine echte Alternative.
Das von Sherwood entwickelte "CBS"
(Constant Bleed System).
Dieses System verbindet die einfache Bauart der oben aufgeführten
ersten Stufen mit dem unwiderlegbaren Vorteil der ventilgesteuerten
Automaten, die durch die Membrane den "nassen Teil"
von dem regelnden" trocken Teil" trennen, denn so soll
es sein.
Dies geschieht einfach dadurch, dass die Techniker von Sherwood
etwas von dem DTG (Flaschen-) Druck durch das CBS- Ventil in den
inneren Teil der ersten Stufe diffundieren (durchwandern) lassen.
Der so entstehende leicht erhöhte Innendruck im Gehäuse
(ca. 0,3 bar über dem Umgebungsdruck), bewirkt beim Tauchen,
dass die erste Stufe innen trocken gehalten wird, einfach genial.
Eine feine Blasenkette zeigt beim Tauchen das richtige Funktionieren
des CBS Systems an.
Leider wurde aus geistig nicht nachvollziehbaren Gründen
in Deutschland von Unkundigen, nach einem Tauchunfall, den mit
Sicherheit nicht die vorgenannte Technologie zu verantworten hat,
marktschreierisch dieses System verunglimpft. Zum Glück haben
sich danach viele mit diesem System fachlich auseinander gesetzt
und mittlerweile bevorzugen mehr denn je das Tauchen mit dieser
Technologie.
Viel bleibt jetzt über die Ventilgesteuerten ersten Stufen
nicht mehr zu sagen.
Von der Geschichte her ist nach der ersten Stufe von der Firma
POSEIDON die 1994 in Italien konstruirten erste Stufe wegweisend
gewesen. Diese wird von der Firma Active Line als "TR 94"
verkauft, die Firma Pro Sub nannte sie "Extrem", bei
Semann Sub sieht der SL 21 / 22 der erstgenannten sehr ähnlich,
bei Scubapro können "MK 16" und "MK 18"
auch nicht ihre Herkunft verleugnen. Die Firma Beuchart ist mit
ihren "VX Iceberg" auch in dieser großen Familie
zugegen. Jede Firma hat ihre klitze kleinen eigenen optischen
Variationen, die Plattform ist aber die selbe.
So bekommt der Kunde zu einem günstigen Preis Spitzentechnologie.
Zu den genialsten Konstruktionen gehören mit Sicherheit die
seit Jahren bewährten POSEIDON Cyklon und Jetstream. Ein
hochachtungsvoller Blick nach Schweden, Respekt auch für
die neue ertste Stufe "EXTREME". Eine wieder zukunftsweisende
Innovation, von der man noch viel positives hören und sehen
wird nicht nur aus der Tek Szene.
Weiterhin aufzuzeigen ist zum Beispiel der vor zwei Jahren auf
dem Markt vorgestellte Atemgegler "TUSA
RS 230", eine unserer Meinung nach sauber Konstuierte
erste Stufe, die im positiven noch viel Aufmerksamkeit ernten
wird.
Unsere Meinung über den hier bei uns durchgeführten"Kaltwasser
Test" im Vergleich zur "US
Navy Norm" am Ende dieses Artikels.
"*Statische und Dynamische
O-Ringe" Statische O-Ringe dichten z.B. zwei auf-,
ineinander geschraubter Bauteile ab, ohne danach weitere Belastungen
durch Bewegung etc. ausgesetzt zu sein. Leider werden oft, durch
übertriebenes Festziehen, diese O-Ringe über die Elastizitätsgrenze
deformiert und so flach gequetscht und undicht.
Dynamische O-Ringe unterliegen ständiger Belastung, da diese
meistens sich bewegende Teile abdichten sollen, wie bei dem auf
und ab bewegenden Kolben im Gehäuse.
Durch die Rundung der O-Ringe gegen die Dichtfläche ist die
eigentliche Dichtfläche oft deutlich kleiner bzw. empfindlicher
als man denkt.
"** Aufwärmen in der Atempause"
Damit ist der "Joule- Thomson- Effekt" gemeint. Komprimierte
Luft, die sich beim Durchstömen in der ersten Stufe bei der
Druckreduktion entspannt, erzeugt Kälte (bis ca. minus 40°
C). Strömt keine Luft (beim nicht einatmen) müssen die
ersten Stufen aus dem sie umgebenden Wasser, Wärmeenergie
schöpfen. Selbst wenn das Umgebungswasser nur wenige Plusgrade
aufweist, hilft ihnen das. Je größer dabei die eigene
Masse der ersten Stufe ist, desto besser der Kälte/ Wärmeaustausch,
im positiven Sinne.
Im Vergleich der Kaltwasser Tests EU
Norm / US Navy Norm wird dies ganz besonders sichtbar.
Unsere Meinung über
die EU Norm:
Selbst der technische Leihe erkennt sofort bei der direkten Gegenüberstellung
der beiden Normen, den meiner Meinung nach sehr geringen Wert
dieser EU Norm.
Unserer Meinung nach würden keine 20% der momentan auf dem
deutschen Markt verkaufen Atemtechniken die "US Navy Norm"
im Ansatz erfüllen.
Leider kann auch ich die Frage nicht beantworten, warum in Brüssel
nicht einfach gute und bewährte Normen, wie zum Beispiel
die "US Navy Norm", übernommen werden. Stattdessen
werden ewig "Light Versionen", von Leuten: die mit fragwürdigen
Detailwissen, die mit einem zwanghaften Beschlußwahn ausgestattet
sind, beschlossen und verkündet.
Hinterfragen könnte man natürlich auch, in wie fern
die Automatenhersteller ein Interesse haben, in der Herstellung
preiswerte Warmwasserautomaten, die gerade mit ach und Krach durch
die EU Norm gekommen sind (und nie die "US Navy Norm"
erfüllen könnten), für teures Geld schlecht informierten
Tauchern in Deutschland zu verkaufen.
So gibt es Hersteller, die durch Werbung, technologisch überholte
Kolbengesteuerte erste Stufen teurer verkaufen, als die Ventilgesteuerten
aus der auch eigenen Produktreihe, dass sollte einem doch zu denken
geben.
Auf der anderen Seite kann man Firmen beglückwünschen,
die noch alte Technologie für hohe Preis in den Markt bringen
können, der Werbung sei dank.
Zu beachten, vor dem Kauf einer
Zweite Stufen und/ oder einesOktopus
Die zweite Stufe und der Oktopus sollten immer den gleichen
Standart und Qualität haben, nur auf extras, wie eine Verstellung
des Atemwiederstandes, kann man beim Oktopus mit Sicherheit verzichten.
Die kleinste oder einfachste Ausführung einer zweiten Stufe
ist als Oktopus nicht geeignet und ein Sicherheitsrisiko, wer
will schon in Notsituationen auf das schwächste Teil einer
Baureihe zurückgreifen?
Zumal der Preisunterschied meist nur ca. 20 - 30 € beträgt.
Wir freuen uns über sachliche Beiträge Anregungen
und Informationen.
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